Die Roedderhalle in Oberschefflenz konnte die Menge der Gäste kaum fassen, die sich zur Feier des 100. Vereinsjubiläums des Sportclub Fortuna Oberschefflenz (SCO) am vergangenen Freitag dort eingefunden hatten. Die gesamte Vereinsfamilie erlebte einen feierlichen Abend, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nahtlos ineinander übergingen. Von dem Organisationsteam, Pascal Fischer, Hermann Rüger, Heike Siebert und Jörg Nagel, hervorragend vorbereitet, wurde den Festgästen ein abwechslungsreiches Programm geboten, bei dem kein Wunsch offenblieb. Redebeiträge, Ehrungen, Musikstücke instrumentaler und vokaler Art und kulinarische Leckerbissen sorgten dafür, dass die Gekommenen sich rundum wohlfühlten.
Leonard Utz, Vorstand des SC Fortuna, begrüßte unter den Gästen neben Vertretern übergeordneter Institutionen auch Landrat Dr. Achim Brötel. Dr. Dorothee Schlegel wurde durch eine verspätete Bahn aufgehalten und stieß erst gegen Ende zu der Veranstaltung. Bürgermeister Raphael Hoffmann wies in seiner Begrüßung auf die Bedeutung hin, die der Verein für den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft darstellt. Anstelle sonst zahlreicher Grußworte gab es eine Talkrunde, an der neben Brötel, Utz und Hoffmann auch Jürgen Galm als Vertreter des Badischen Fußballbunds, Martin Walzer für den Fußballkreis Mosbach, Thomas Busch für den Badischen Turnerbund und Jörg Nagel, der langjährige frühere Vorsitzende des Vereins, teilnahmen. Gekonnt moderiert wurde die Runde von dem gerade erst aus London eingeflogenen Felix Krones, der die einzelnen Themen vorgab.
Utz gab in seinem Beitrag einen kurzen Überblick über die Geschichte des Vereins, den man im Übrigen auch in der von Heike Siebert und Jörg Nagel federführend gestalteten Festschrift nachlesen kann. Er wies auf die verschiedenen Sparten hin, die den Verein zu einer echten Gemeinschaft für den Breitensport machen. Dazu gehören das Damenturnen, das Kinderturnen, die Kooperation mit der Grundschule Oberschefflenz, das Herrenturnen, die Gruppe für Fitness und Radsport sowie die Spaßradler. Utz zeigte sich besonders stolz auf das weitgehend in Eigenleistung in den Jahren 2008/2009 errichtete neue Sportheim. Jörg Nagel blickte auf seine eigene Geschichte und auf die des Vereins zurück. Die gesellschaftlichen Egoismen müssten seiner Meinung nach überwunden werden. Bürgermeister Hoffmann zeigte, dass man an der Entwicklung des Vereins auch die der Gesellschaft ablesen könne. So sei der Verein enorm wichtig für den Zusammenhalt im Dorf. Der Tendenz zur Vereinzelung könne dieser wirkungsvoll entgegentreten.
Jürgen Galm, vom Badischen Fußballbund, auch Bürgermeister von Osterburken, berichtete von seiner Verbundenheit mit dem SCO. Er verwies bei der allgemein abnehmenden Aktivenzahl auf neue Spielformate. Die Ausweitung des Breitensports ist ihm wichtig. Dr. Brötel betonte anlässlich jüngerer Erhebungen über das lange Sitzen die Bedeutung der Bewegung, der der Vereinssport entgegentrete und immer wichtiger werde. Martin Walzer und Thomas Busch überreichten, wie auch die anderen Teilnehmer der Talkrunde, jeweils Geldgeschenke, einen Ball und Urkunden. Sie ermunterten die Vereinsmitglieder, die in der Vergangenheit errungenen Erfolge auch in der Zukunft fortzusetzen.
Zur Auflockerung des Programms trug dann die lustige Darbietung der Maxis „Synchronschwimmen mit Zwischenfall“ der Abteilung Kinderturnen bei. Deren Trainerinnen und Betreuerinnen, Esra Karabacak, Nadja Köbler, Stefanie Korinek, Michaela Langer und Heike Siebert, wurden darauf mit einem Präsent geehrt. Eine Ehrung erfuhren Marianne Basler und Helmut Köpfle, die zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Erstere leitet seit über 20 Jahren die Turngruppe der Montagsdamen, Köpfle betreut seit 1993 bis heute die Herrengymnastikgruppe. Dies übernahm humorvoll Vorstandsmitglied Luciano Scialpi, der in seiner persönlichen Vorstellung den SCO als seine Familie bezeichnete.
An Scialpi war es dann auch, die langjährigen Vereinsmitglieder auf die Bühne zu rufen, die hier leider nicht alle aufgeführt werden können. Immerhin seien deren Zahlen genannt: Über 30 Jahre im Verein sind 37 Mitglieder, über 40 sind es 26, über 50 kaum weniger mit 24, über 60 immer noch 22 und über 70, man staune, gibt es noch drei: Heinrich Gedemer, Oskar Gedemer und Rigobert Eiermann. An der großen Anzahl langjähriger Mitglieder machte dann Dr. Dorothee Schlegel ihre Bemerkung fest, dass die Mitgliedschaft im SCO offensichtlich lebendig halte.
Der Musikverein Oberschefflenz unter der Leitung von Lilly Heß und ihres Vaters Bernd trug zur feierlichen Gestaltung des Abends mit drei Vorträgen bei. Besonders eindrucksvoll war das „Concierto de Aranjuez“ von Joaquin Rodrigo, das Bernd Heß für Blasorchester arrangiert hatte. Er übernahm den Solopart, ursprünglich für Gitarre, mit seiner Trompete. Der Projektchor unter der Leitung von Svenja Eberle, bekannt von der Feier für das 1250-jährige Dorfjubiläum, sang eindrucksvoll „Heimat“ von Johannes Oerding und „Im Dorf, wo ich geboren bin“ von den Dorfrockern. Mit einer Einladung zu den beiden folgenden Festtagen beschloss Felix Krones die Veranstaltung. Beim obligatorischen Badnerlied begleitete der Musikverein den vom gesamten Auditorium gebildeten Chor. Besonders erwähnenswert ist die kostenlose Bewirtung aller Teilnehmer des Festabends, die ehrenamtlich vorbereitet und durchgeführt wurde.
Bericht/Dr. Karl-Wilhelm Beichert
